Singt dem Herrn ein neues Lied (Psalm 101,1)

Ein Lied kann sein wie ein Freund, der mich unauffällig begleitet. Zunächst bleibt er stumm. Er überredet mich zu nichts. Er wartet, dass ich ihm zur Sprache verhelfe. Also gebe ich ihm Ton mit meiner Stimme, mit meinem Instrument. Aber unversehens ist er es, der mir hilft, Worte zu finden, mich auszudrücken, der mich weiterbringt oder mich erinnert oder mir neue Horizonte zeigt. Habe ich das Lied nicht nur für mich gesprochen, sondern auch gesungen, kann die Melodie mit mir gehen, mich begleiten, irgendwann am Tag wieder aufklingen, mir sozusagen freundlich zuwinken (aus:Christa Reich „Evangelium: Klingendes Wort“ S.140)