BEERDIGUNGEN

Gott, du nahmst zu dir, was zu mir gehörte. Hilf mir, mein Leid zu tragen und lass mich nicht in der Traurigkeit versinken. Amen.

 

Denkanstöße für den eigenen Umgang mit Sterben und Tod:

 

Was muss getan werden, wenn ein Mensch zu Hause stirbt?

1. Rufen Sie den Arzt, damit er den Totenschein ausstellt.

2. Schließen sie dem Verstorbenen die Augen und binden sie ihm ein Tuch um das Kinn, damit der Mund geschlossen ist, wenn die Totenstarre eintritt.

 

Danach können Sie sich in aller Ruhe von dem Toten verabschieden. Sie können den Verstorbenen bis zu 36 Stunden in "seinen vier Wänden" behalten. Damit haben Kinder, Enkelkinder, Verwandte und Freunde die Möglichkeit, sich zu Hause in vertrauter Umgebung zu verabschieden. Eine brennende Kerze strahlt in dieser Situation Ruhe und Geborgenheit aus.Versuchen Sie Ihren Pfarrer oder Pfarrerin zu erreichen, um gemeinsam unter Gottes Segen Abschied zu nehmen. Dieser Gottesdienst wird "Aussegnung" genannt. Es wird ein Liedvers oder eine Bibelstelle gelesen und dann der Abschiedssegen mit Handauflegung über dem Toten gesprochen:

Es segne dich Gott, der Vater, der dich nach seinem Bild geschaffen hat. Es segne dich Gott, der Sohn, der dich durch sein Leiden und Sterben erlöst hat. Es segne dich Gott, der Heilige Geist, der dich zum Glauben gerufen und geheiligt hat. Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist, geleite dich durch das Dunkel des Todes. Er sei dir gnädig im Gericht und schenke dir Frieden und ewiges Leben. Amen.

Gemeinsam wird dann das Vaterunser gebetet. Sie können den Aussegnungsgottesdienst auch alleine feiern. Die Aussegnung mit oder ohne Pfarrer kann auch erst in der Friedhofskapelle stattfinden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Aussegnung im Kreis der engsten Angehörigen eine Entlastung der Beerdigung bzw. der Trauerfeier ist. Ein Stück der Abschiedsarbeit ist getan und die Angehörigen sind eher in der Lage, an der Beerdigung den anteilnehmenden Mitmenschen zu begegnen.

 

Zur Vorbereitung der Trauerfeier besprechen wir uns in aller Ruhe mit Ihnen. Schön wäre es, wenn Sie dafür die Daten des Verstorbenen bereit haben und – falls möglich – auch einen Bibelvers, Lieder oder ähnliches (z.B. den Denkspruch von der Konfirmation).

 

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Pfarrer Andreas Kammer und  Pfarrer Udo Schray

 

Wir sehen es als unsere Aufgabe an, Menschen zu begleiten, um den Toten einen guten Platz zu geben, damit wir leben können.  Wie nahe "Geboren werden" und "Sterben" beieinander liegen, beschreibt Henri Nouwen in der eindrücklichen Geschichte:

 

Ein Gespräch von Zwillingen, die sich vor der Geburt im Schoß ihrer Mutter unterhalten....

 Die Schwester sagt zu ihrem Bruder: "Ich glaube an ein Leben nach der Geburt!" Ihr Bruder erhebt lebhaft Einspruch: "Nein, nein. Das hier ist alles. Hier ist es schön und warm und wir brauchen uns lediglich an eine Nabelschnur zu halten, die uns ernährt." Aber das Mädchen gibt nicht nach: "Es muss doch mehr als diesen dunklen Ort geben; es muss anderswo etwas geben, wo Licht ist und wo man sich frei bewegen kann." Aber sie kann ihren Zwillingsbruder nicht überzeugen Dann, nach längerem Schweigen, sagt sie zögernd: "Ich muss noch etwas sagen, aber ich fürchte, du wirst auch das nicht glauben: Ich glaube nämlich, dass wir eine Mutter haben!" Jetzt wird ihr kleiner Bruder wütend: "Eine Mutter, eine Mutter!" schreit er. "Was für Zeug redest du denn daher?" Ich habe noch nie eine Mutter gesehen und du auch nicht. Wer hat dir diese Idee in den Kopf gesetzt? Ich habe es dir doch schon gesagt: Dieser Ort ist alles was es gibt! Hier ist es doch alles in allem nicht so übel, wir haben alles was wir brauchen." Die kleine Schwester ist von dieser Antwort ihres Bruders ziemlich erschlagen und wagt eine Zeitlang nichts mehr zu sagen. Aber weil sonst niemand da ist, mit dem sie darüber sprechen könnte, sagt sie schließlich doch wieder: "Spürst du nicht ab und zu diesen Druck? Das ist doch immer wieder ganz unangenehm. Manchmal tut es richtig weh" - "Ja" gibt er zur Antwort, "aber was soll das schon heißen?" Seine Schwester darauf: "Weißt du, ich glaube, dass dieses Wehtun dazu da ist, um uns auf einen anderen Ort vorzubereiten, wo es viel schöner ist als hier und wo wir unsere Mutter von Angesicht zu Angesicht sehen werden. Wird das nicht ganz aufregend sein?" Ihr kleiner Bruder gibt ihr keine Antwort mehr. Er hat endgültig genug vom Geschwätz seiner Schwester...

Henri Nouwen